Der Fisch ist gegessen ...

 

 

Überfischung schlimmer als bislang angenommen

Veröffentlicht am 9. Mai 2012

Fischschwarm im MeerDie Überfischung ist schon viel weiter fortgeschritten als bislang angenommen. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt eine neue Studie mehrerer Fischereibiologen, in der sich die Autoren der Thematik methodisch sinnvoller annehmen als bislang üblich.

Kurz vorweg: Die Welternährungsorganisation FAO beurteilt alle zwei Jahre den Zustand der weltweiten Fischbestände, betrachtet dabei allerdings nur die Bestände, zu denen es besonders ausführliche Informationen gibt (etwa 20%). Das sind in der Regel auch solche, die besonders hohe »Erträge« bringen und den Fischfang besser verkraften als andere Bestände. Wenn man mit solchen Daten Hochrechnungen anstellt, kommt man laut der Fischereibiologen zu unrealistisch guten Ergebnissen, denn die verbleibenden 80% spielen aufgrund der komplexen Zusammenhänge im Meer eine entscheidende Rolle. Blendet man die 80% aus, kann man daher auch nur schlecht Prognosen über die weitere Entwicklung der Fischbestände abgeben.

Die Biologen rund um Dr. Rainer Froese vom Kieler Exzellenzcluster »Ozean der Zukunft« haben im Gegensatz zur FAO alle weltweit verfügbaren Daten ausgewertet. Dabei kommen sie, wie oben erwähnt, zu Besorgnis erregenden Ergebnissen: Nicht 3% der Fischbestände sind inzwischen zusammengebrochen, sondern 24%. Weitere 33% sind als »überfischt« zu bewerten.

Überfischung - Infografik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIE EINZIG ERNSTZUNEHMENDE LÖSUNG GEGEN ÜBERFISCHUNG

Als Verbraucher mag man sich nun vornehmen, nur noch Fisch mit Nachhaltigkeitssiegel zu kaufen. Doch das ist der falsche Weg, wie eine weitere Studie zeigt: Danach sind 39% der Fischbestände des vom WWF geförderten MSC-Siegels als »überfischt« zu bewerten. Das Siegel wird also offenbar den eigenen Kriterien nicht gerecht.

Wie können wir also das Problem der Überfischung lösen? Nüchtern betrachtet liegt es auf der Hand: Wenn der Fischkonsum generell zu hoch ist, kann es langfristig nichts bringen, den Konsum auf die bislang stabilsten Arten umzulenken, da diese früher oder später auch kollabieren werden. Die einzig ernstzunehmende Lösung gegen die Überfischung ist es daher, weniger oder am besten keinen Fisch zu essen. Die Organisation fair-fish, die uns auf die beiden o.g. Studien hingewiesen hat, geht davon aus, dass das Maximum bei einer Fischmahlzeit pro Monat liegt. Solange sich die wenigsten Menschen daran halten und/oder wenn man das Leid der Fische in Erwägung zieht, ist es sinnvoll, keinen Fisch zu essen.

GESUND OHNE FISCH

Fisch wird manchmal noch wegen seines Omega-3-Gehalts als gesund angepriesen. Dabei wird aber übersehen, dass die zunehmende Verschmutzung der Meere auch an den Wildfischen nicht spurlos vorbei geht. Funde von Schwermetallen sind keine Seltenheit. Auch die Aquakulturen sind u.a. wegen ihres hohen Antibiotikabedarfs keine Lösung. Omega-3 erhalten Sie z.B. auch über Walnüsse, geschrotete Leinsamen bzw. Leinsamenöl und Algenprodukte. Über Algen beziehen übrigens auch die Fische ihr Omega-3. Algen eignen sich als Quelle besser als Fische, da sie tendenziell viel weniger Schadstoffe enthalten (diese reichern sich im Laufe der Zeit in den Fischen an). Mehr Gesundheitstipps erhalten Sie z.B. über unseren Gratis-Ernährungsnewsletter, der etwa alle 14 Tage erscheint.

 

Manche Schreie hört man nicht
---> https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ST4rT4N2DRo

Wenn Fische laut schreien könnten, wären die Menschen viel sensibler für das Leid der Fische. Denn Fische leiden unvorstellbar, wenn sie für ihr Fleisch gefangen und getötet werden. Gleich, ob sie mit Haken oder Netzen gefangen werden, empfinden Fische Angst, wie die erhöhte Herz- und Atemfrequenz zeigt – genau wie Menschen. 

Fische fühlen Schmerzen

"Obwohl Fische nicht schreien, wenn sie Schmerzen und Angst haben, sollte ihr Verhalten Beweis genug für ihr Leid sein, wenn sie mit dem Haken aufgespießt oder im Netz gefangen werden. Sie kämpfen, um zu fliehen, und zeigen damit, dass sie einen Überlebenswillen haben. ..."

"Es wurde gezeigt, dass Fische (genau wie andere Wirbeltiere, einschließlich des Menschen) über ein hoch entwickeltes System verfügen, das sie vor starken Schmerzen schützen kann – Schmerzen, durch die ihr Leben in Gefahr sein könnte, wenn sie nach einer Körperverletzung, etwa durch ein großes Raubtier, schwer beeinträchtigt sind. Dieses System setzt opiumähnliche Substanzen (Enkephaline und Endorphine) frei, sobald ein Tier verletzt wird. ... Die Existenz dieses Schmerz dämpfenden Opiumsystems impliziert, dass eine Fähigkeit zur Schmerzempfindung vorhanden sein muss, anderenfalls hätte es kaum Sinn, dass sich bei Tieren ein solches System überhaupt entwickelt hat. ..."

Mehr zum Thema unter 
---> http://www.fischen-tut-weh.de/
Foto: Manche Schreie hört man nicht
---> https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ST4rT4N2DRo
Wenn Fische laut schreien könnten, wären die Menschen viel sensibler für das Leid der Fische. Denn Fische leiden unvorstellbar, wenn sie für ihr Fleisch gefangen und getötet werden. Gleich, ob sie mit Haken oder Netzen gefangen werden, empfinden Fische Angst, wie die erhöhte Herz- und Atemfrequenz zeigt – genau wie Menschen.
Fische fühlen Schmerzen
"Obwohl Fische nicht schreien, wenn sie Schmerzen und Angst haben, sollte ihr Verhalten Beweis genug für ihr Leid sein, wenn sie mit dem Haken aufgespießt oder im Netz gefangen werden. Sie kämpfen, um zu fliehen, und zeigen damit, dass sie einen Überlebenswillen haben. ..."
"Es wurde gezeigt, dass Fische (genau wie andere Wirbeltiere, einschließlich des Menschen) über ein hoch entwickeltes System verfügen, das sie vor starken Schmerzen schützen kann – Schmerzen, durch die ihr Leben in Gefahr sein könnte, wenn sie nach einer Körperverletzung, etwa durch ein großes Raubtier, schwer beeinträchtigt sind. Dieses System setzt opiumähnliche Substanzen (Enkephaline und Endorphine) frei, sobald ein Tier verletzt wird. ... Die Existenz dieses Schmerz dämpfenden Opiumsystems impliziert, dass eine Fähigkeit zur Schmerzempfindung vorhanden sein muss, anderenfalls hätte es kaum Sinn, dass sich bei Tieren ein solches System überhaupt entwickelt hat. ..."
Mehr zum Thema unter
---> http://www.fischen-tut-weh.de/

 

 

Wissenschaftliche Studien haben nun auch die letzten Zweifel ausgeräumt und zeigen, dass Fische ebenso starke Schmerzen empfinden können wie Säugetiere. Dies bestätigen die neuesten Forschungsergebnisse von Dunlop (2005), Chandroo (2004) und Sneddon (2003). Auch Professor Dr. Hoffmann von der tiermedizinischen Universität in München bestätigt, dass Fische Schmerzen empfinden.

 

 

"Obwohl Fische nicht schreien, wenn sie Schmerzen und Angst haben, sollte ihr Verhalten Beweis genug für ihr Leid sein, wenn sie mit dem Haken aufgespießt oder im Netz gefangen werden. Sie kämpfen, um zu fliehen, und zeigen damit, dass sie einen Überlebenswillen haben. ..."

"Es wurde gezeigt, dass Fische (genau wie andere Wirbeltiere, einschließlich des Menschen) über ein hoch entwickeltes System verfügen, das sie vor starken Schmerzen schützen kann – Schmerzen, durch die ihr Leben in Gefahr sein könnte, wenn sie nach einer Körperverletzung, etwa durch ein großes Raubtier, schwer beeinträchtigt sind. Dieses System setzt opiumähnliche Substanzen (Enkephaline und Endorphine) frei, sobald ein Tier verletzt wird. ... Die Existenz dieses Schmerz dämpfenden Opiumsystems impliziert, dass eine Fähigkeit zur Schmerzempfindung vorhanden sein muss, anderenfalls hätte es kaum Sinn, dass sich bei Tieren ein solches System überhaupt entwickelt hat. ..."

"Laut dem niederländischen Forscher John Verheijen und seinen Kollegen trägt Schmerz, der aus Hakenverletzungen resultiert, weniger zum Leiden als zur Angst des Fisches bei. Zu dieser Schlussfolgerung kam man nach dem Vergleich des Verhaltens von Karpfen nach dem Fang mit Haken. Einige der damit gefangenen Fische wurden mit einer lockeren, andere mit fest angezogener Schnur festgehalten. Bei den im New Scientist vom 2. April 1987 beschriebenen Versuchen wurde beobachtet, dass jene, die nicht mit fest angezogener Schnur festgehalten worden waren, schon bald nach ihrer Freilassung wieder Nahrung aufnahmen, dass aber jene, die dem Schnurdruck ausgesetzt worden waren, noch beträchtliche Zeit später die Nahrungsaufnahme vermieden. Nach dem Anbeißen am Haken schossen die Fische davon, tauchten, spuckten und schüttelten den Kopf, als versuchten sie, unerwünschte Nahrung auszustoßen. Wenige Minuten nach der Druckausübung auf die Schnur begannen die Karpfen eine Verhaltensweise namens "Spitgas" zu zeigen, ein anhaltender Gasausstoß aus der Schwimmblase, was zu ihrem Absinken führte, als die Schnur schließlich gelockert wurde. In weiteren Versuchen wurde elektrischer Strom eingesetzt, um präzisere Schmerzreize zu erzeugen; nach einigen Minuten begannen die Karpfen Gas auszustoßen und abzusinken. Verheijen dazu: "Die Verzögerung zwischen der schmerzhaften Stimulation und den Reaktionen Spitgas und Absinken zeigen eine Reihe von biochemischen und physiologischen Prozessen an, die mit Angst in Verbindung stehen."

Michael W. Fox, D.V.M., Ph.D.


"Es mag noch immer Menschen geben, die argumentieren, wir könnten nicht zweifelsfrei beweisen, dass irgendein Wirbeltier außer dem Menschen Schmerz empfindet. Wir schlussfolgern jedoch, dass, wenn auch nur irgend-eines dazu in der Lage ist, die Beweislage nahe legt, dass alle Wirbeltiere (einschließlich Fischen) als Reaktion auf schädliche Reize mittels ähnlicher neurophar-makologischer Prozesse ähnliche Empfindungen in größerem oder kleinerem Maße haben. ..."

"Die anscheinende Universalität der neuropharmakologischen Basis aller Wirbeltiere für die Wahrnehmung schmerzhafter (und angenehmer) Reize verbietet uns, jenen zuzustimmen, die einen Unterschied dieser Funktion bei "warmblütigen" und "kaltblütigen" Mitgliedern dieser Gruppe erkennen wollen. ..."

"Jeder Haken verursacht Gewebeschäden, wenn er einsticht, und fügt dem Tier damit medizinisch gesehen eine Verletzung zu. ..."

"Die Bedingungen des Wettbewerbsangelns oder des Angelns von Einzelexemplaren fordern, dass die Fische über einen längeren Zeitraum hinweg (im Wasser) in einem Fangnetz festgehalten und untersucht, gewogen und eventuell (an der Luft) fotografiert werden, bevor sie am Ende wieder freigelassen werden. Alle derartigen Prozeduren müssen beim Fisch die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen erhöhen. ..."

"Wird es aus dem Wasser entfernt, unterliegt das Gewebe des Fisches einem Druck an der Luft, der im Vergleich zu dem Druck, dem er unter Wasser ausgesetzt ist, weitaus geringer ist und sich in Art und Weise enorm davon unterscheidet. In den verschiedenen peripheren Systemen entstehen folglich enorme Veränderungen, die den lymphatischen und venösen Blutdruck und die Atmung beeinflussen. An den Kiemen treten tendenziell Blutungen auf, und statt zu sich zu verteilen gerinnt das Blut und verringert die tatsächliche Atmungsoberfläche. ..."

"Noch bedeutender sind die Auswirkungen der Austrocknung und insbesondere der Berührung von Haut und Kiemen. Die Außenfläche des Fisches besteht nicht wie allgemein angenommen aus Schuppen. Die Schuppen befinden sich in der Dermis, d. h. in der mittleren Hautschicht. Darüber liegt die Epidermis mit ihrer schleimigen Oberfläche. Die Epidermis ist ein sehr empfindliches, transparentes Gewebe, das den Wasserschutz, d. h. einen wichtigen Bestandteil der physiologischen Kontrolle der Flüssigkeitsbalance zwischen dem Fisch und seiner Umgebung, gewährleistet. Darüber hinaus bildet sie die Grenze zwischen dem Fisch und der großen Zahl unterschiedlicher krankheitserregender Mikroorganismen im Wasser. Durch die Berührung von Fischen mit einem Fangnetz oder mit der Hand zur Entfernung des Hakens wird diese empfindliche Schicht mit großer Sicherheit beschädigt. Ein Fisch erleidet ein schweres Trauma, wenn er fest in ein trockenes Tuch eingewickelt wird, wodurch beträchtliche Teile der Epidermis vom Körper entfernt werden. ..."

"Ein längeres Zurschaustellen der Fische, insbesondere, wenn sie später wieder ins Wasser geworfen werden, ist abzulehnen. Wenn Knochenfische schwer gestresst und bis zur Erschöpfung aufgeregt werden, machen sie inten-siven Gebrauch von ihrem "weißen" Muskel-system. Dieses unterscheidet sich insofern von den roten Skelett-muskelsystemen höherer Wirbeltiere, als es anaerob ist und, obwohl kurzfristig sehr effizient, bei Erschöpfung eine große Menge Milchsäure ansammelt, bei deren Beseitigung sich das Muskelsystem in einem längeren Erschöpfungszustand befindet. Ein vollständig erschöpfter Fisch wird daher mehrere Stunden nach dem Fang fast unfähig sein, sich zu bewegen. Während dieser Zeit läuft er Gefahr, von Raubfischen angegriffen oder von seiner unbelebten Umgebung verletzt zu werden."

 

Billig, billiger, Pangasius

Der Pangasius ist ein beliebter Fisch - bei dem Verbraucher übel betrogen werden. (Quelle: dpa)

 Der Pangasius erobert die Küchen Europas im Sturm. Er gehört zu den fünf beliebtesten Speisefischen in Deutschland. Doch schaut man hinter die Kulissen, vergeht der Appetit auf Pangasius schnell: Statt gesundem Fisch landen billige, durch Phosphate aufgeblähte Tiere auf unseren Tellern, die zum Teil in übel riechenden Gewässern gezüchtet werden. Diese "Aquakulturen", in denen der Pangasius gezüchtet wird, gefährden Tiere, Mensch und Umwelt. Das Ausmaß dieses Skandals haben die Autoren Christian Jentzsch und Michael Höft in ihrem Film "Die Pangasius-Lüge" (NDR) aufgedeckt.

Billig-Pangasius steht hoch im Kurs  

Verbraucher lieben Billig-Fisch. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Pangasius-Produktion nach Angaben des WWF mehr als verachtfacht. "Das liegt ganz klar am Preis", erklären Jentzsch und Höft im NDR.de-Interview. Der Pangasius werde in zu großen Massen produziert, "was zur Folge hat, dass der Fisch so billig verkauft wird, wie kaum ein anderer". Ein Kilo Pangasisus-Filet kostet in deutschen Supermärkten gerade mal vier bis fünf Euro. Für die gleiche Menge Lachsfilet zahlt der Verbraucher gleich 13 Euro.

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Ikea unterstützt Tierquälerei: Chinesische Krebse werden für schwedische „Tradition“ lebendig gekocht

Deutsche Ikea-Einrichtungshäuser veranstalten zwischen Juli und September die jährlichen „Ikea Family Krebsessen". 

Der Deutsche Tierschutzbund protestiert gegen diese grausame Veranstaltung. Für das Ikea-Fest müssen jährlich tausende Tiere sterben, indem sie bei vollem Bewusstsein in kochendem Wasser getötet werden. Die Krebse werden in China gefangen und gelangen dann unter dem Deckmantel der schwedischen Tradition nach Deutschland. Ikea unterstützt damit aktiv Tierquälerei und belastet das Klima durch den unnötigen CO2-Ausstoß durch den Transport. Der Verband fordert die Einrichtungskette auf, endlich Verantwortung für Tiere und Umwelt zu übernehmen, so wie sie es in ihrer Werbung anpreisen. Besucher des Einrichtungshauses sollten das Essen boykottieren und damit ein Zeichen für den Tierschutz setzen.

„Ikea vertritt eine Doppelmoral: sie postulieren auf der einen Seite eine Politik der Nachhaltigkeit und auf der anderen Seite importieren sie Krebse aus China einem Land das nicht einmal ein Tierschutzgesetz hat. Ikea spricht sich auf der eigenen Homepage gegen Tierquälerei aus und verharmlost dann den qualvollen Tod tausender Tiere als Feinschmecker-Erlebnis für die ganze Familie", kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Ikea muss sich endlich seiner besonderen Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft stellen, die sie in ihrer Eigenwerbung anpreisen", so Schröder weiter.

Das Leiden der Krebse

Für das beworbene Krebsessen werden lebende Krebse in kochendes Wasser geworfen. Der Todeskampf der Tiere kann mehrere Minuten dauern. Dabei zeigen die Krustentiere Fluchtbewegungen, die keine reinen Reflexe sind, sondern Verhaltensreaktionen auf einen schmerzhaften Reiz. Wissenschaftlerhaben bewiesen, dass Krustentiere durchaus Schmerzen und Leiden empfinden können. Sie schätzen deren Nervensystem als so hoch entwickelt ein, dass die Tiere sogar in der Lage sind, Handlungen vorauszusehen, die ihnen Schaden zufügen können. Auch wenn diese Art der Tötung der Tierschutz-Schlachtverordnung zufolge erlaubt ist, ändert dies nichts daran, dass esTierqual ist. Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein generelles Verbot dieser grausamen Tötungsmethode.

Lebst du noch oder bist du schon tot?

"Es wurde gezeigt, dass Fische (genau wie andere Wirbeltiere, einschließlich des Menschen) über ein hoch entwickeltes System verfügen, das sie vor starken Schmerzen schützen kann – Schmerzen, durch die ihr Leben in Gefahr sein könnte, wenn sie nach einer Körperverletzung, etwa durch ein großes Raubtier, schwer beeinträchtigt sind. Dieses System setzt opiumähnliche Substanzen (Enkephaline und Endorphine) frei, sobald ein Tier verletzt wird. ... Die Existenz dieses Schmerz dämpfenden Opiumsystems impliziert, dass eine Fähigkeit zur Schmerzempfindung vorhanden sein muss, anderenfalls hätte es kaum Sinn, dass sich bei Tieren ein solches System überhaupt entwickelt hat. ..."

 

Empfinden Fische Schmerz?

 

greenpeace magazin 2.02
Als ich kürzlich auf einem schottischen Trawler mitfahren durfte, wurde ich erneut an eine Frage erinnert, die mir immer wieder zu schaffen macht, seit ich vor 20 Jahren in Südostasien gelernt habe, mir durch Speerfischerei Nahrung zu beschaffen. Die Frage lautet: Empfinden Fische Schmerz?

Eine Londoner Freundin war entsetzt von Fotos, die ich auf dem Schiff gemacht hatte und die zeigten, wie sich Dekompression auf Tiefseefische auswirkt: Ihre Augen traten aus den Höhlen, die Schwimmblasen quollen ihnen aus den Mäulern. Die Bilder aus dem Fischladeraum zeigten Tonnen von Leibern: Manche waren knapp am Leben, andere vom Hochgerissenwerden aus einem Kilometer Tiefe vollkommen verstümmelt und zerfetzt. Ich erzählte von dem 1,5 Meter langen portugiesischen Dornhai, den ich für tot gehalten hatte, und der plötzlich erzitterte und sechs Junge mit leuchtenden Augen gebar. Sie zuckten und wanden sich jämmerlich durch den Kadaverberg, bis sie darin verschwanden. Beim letzten Mal, da auf dieser Fahrt das Netz eingeholt wurde, plumpste ein dunkelbrauner Leib von der Größe einer Rundschwanzseekuh in den Laderaum. Niemand an Bord konnte das immer noch zappelnde Ungeheuer identifizieren. Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich bei dem drei Meter langen Fisch mit fünf Kiemen und dorniger Haut um einen Grönlandhai handelte. Ein Tau wurde um seinen Schwanz gelegt, doch als der Kran ihn hochziehen sollte, riss durch das Gewicht des Tiers der ganze Schwanz ab. Mit einiger Mühe wuchtete man den Kadaver schließlich auf das Deck, wo ein Besatzungsmitglied für einen Schnappschuss darauf herumritt, dann wurde er über Bord gekippt. Ich hütete mich, meine Scham darüber zu äußern, dass dieses großartige Tier so sinnlos umgebracht worden war: Es war nichts als ein Unfallopfer auf der Autobahn der europäischen Fischereiindustrie.

 

 

Wie in einem Schlachthof hat auch auf einem Trawler Mitleid keinen Platz. Dies ist eine Welt, deren Angehörige einen harten und gefährlichen Beruf ausüben und jegliches Mitgefühl abschalten, um frisch getötete oder sterbende Wesen in Waren zu verwandeln. Dabei denkt kaum jemand an die Essbarkeit der Produkte, sondern nur an deren Volumen und Marktwert. Erst später, wenn die Gefühle nicht mehr unterdrückt werden müssen, lässt man Erinnerungen zu: Wunderschön geformte Wesen werden so brutal aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen, dass Köpfe und andere Körperteile durch die Netzmaschen gequetscht werden; blasse Krabben kriechen benommen über das Deck, bis sie achtlos von einem Gummistiefel zertreten werden; kleine Haie, wie der Dornhai, den ich gebären sah, werden aufgeschlitzt, ausgenommen und auf einen Haufen geworfen, wo sie noch bis zu einer Minute lang mit den Schwänzen peitschen und mich mit leuchtenden Augen zu fixieren scheinen.

 

Lebewesen so massenhaft abzuschlachten und in Produkte zu verwandeln ist barbarisch. Dabei will man die wahre Herkunft einer Schachtel tiefgefrorener Fischfilets oder Chicken Nuggets ganz bewusst vergessen machen. Die ausgebluteten, eisigen Klumpen haben beruhigend wenig Ähnlichkeit mit lebenden, atmenden Wesen, die gezielt getötet werden. Bei Warmblütern versucht man mehr oder weniger wirkungsvoll, sie relativ schmerzlos zu töten, wobei größere Säugetiere wie Kühe dafür Riesendosen Beruhigungsmittel verpasst bekommen (nicht so sehr aus Mitleid, sondern damit das vor Panik ausgeschüttete Adrenalin nicht das Fleisch verdirbt). Sie benommen den Elektroden, Bolzenschussgeräten und Messern entgegenschlurfen zu sehen, ist etwas, das man nicht vergisst. Doch was die Fische betrifft, habe ich mich in die unbewiesene Behauptung zu flüchten versucht, als Kaltblüter hätten sie kein Schmerzempfinden. Respektive, falls sie doch etwas empfänden, dann nicht als Schmerzen (wie wir), sondern als bloße Reize wie Licht oder Druck.

 

Dieser Tage bin ich mir keineswegs mehr so sicher. Was Fische nun tatsächlich fühlen, werden wir wohl nie genau nachvollziehen können. Aber wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich ihre körperlichen Reaktionen bei Stress von den unseren kaum unterscheiden: Ganz wie beim Menschen schießen Puls und Blutdruck in die Höhe, steigt der pH-Wert des Blutes und verändert sich der Stoffwechsel. Fische sind hervorragend ausgestattet mit allerlei Wahrnehmungsapparaten, deren Reichweite und Empfindlichkeit die des menschlichen oft weit übertrifft. Auch wenn ihnen die für ein Mienenspiel nötige Gesichtsmuskulatur fehlt, können sie dennoch vermitteln, dass sie in Not sind, zuweilen überaus deutlich. Ich habe es vor vielen Jahren aufgegeben, eine bestimmte tropische Fischart mit dem Speer zu jagen, denn jedes Mal, wenn ich einen solchen Fisch aufspießte, stieß er ein gellendes "Ooo! Ooo! Ooo!" hervor. Ich konnte nicht umhin, verzweifelte Todesschreie zu hören, auch wenn die Wissenschaft von einer automatischen Reaktion zur Warnung von Artgenossen sprechen würde. Ich wünschte, ich wäre so gleichmütig. Schließlich ließe sich auch Ähnliches über menschliche Schreie sagen.

 

James Hamilton-Paterson ist Schriftsteller und Mitglied der Royal Geographical Society. Der Brite lebt in der Toskana und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Meer. Sein bekanntestes Werk heißt "Seestücke" und ist als Taschenbuch erhältlich (btb Verlag, 1998 284 seiten, 8,50 Euro).

Von JAMES HAMILTON-PATERSON
 

 

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